Selbsthilfegruppen Depression - Hilfe zur Selbsthilfe

Selbsthilfegruppen bieten Hilfe


Schon sehr lange schiebe ich diese Rubrik vor mir her, nicht etwa, weil es mir unangenehm ist, sondern eher weil mir bei meinen ersten Recherchen klar geworden ist: Hier kann ich nicht einmal ansatzweise zufriedenstellend informieren! Dennoch steige ich heute in dieses Thema ein, weil ich es für wichtig und hilfreich halte. Seit Weihnachten 2012 besuche ich regelmäßig eine Selbsthilfegruppe für Depressionen hier bei mir in der Nähe. Ich hatte lange Scheu, so einen Schritt zu tun, habe es aber nicht bereut. Inzwischen möchte ich unsere wöchentlichen Treffen nicht mehr missen. Ohne mich erklären oder rechtfertigen zu müssen darf ich dort einfach nur sein. Wenn ich reden mag, dann ist dort ein Ort, wo ich reden kann, wo man mir zuhört. Wenn ich lieber schweigen mag, weil mir gerade die Worte fehlen, dann ist das auch in Ordnung.
Es treffen sich dort Menschen verschiedenen Alters und sozialen Standes, Männer und Frauen, die alle eines gemeinsam haben, ihr Wissen um die Depression. Wir tauschen uns aus, hören uns zu und stützen uns gegenseitig. Alles was besprochen wird, bleibt in diesem Raum - eine Regel, an die sich (hoffentlich) alle halten und von der dann auch alle profitieren. Ich bin sehr froh, diese Gruppe gefunden zu haben. Sie ist ein wichtiger Schritt auf meinem Weg aus der Depression. Ich kann jedem Depressiven, egal ob er allein lebt oder in Gemeinschaft, nur empfehlen, so eine solche Gruppe einmal auszuprobieren. Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen wird staatlich gefördert und ist deshalb in Deutschland kostenlos. Näheres dazu auch auf Deutsche Depressionshilfe. In meiner Gruppe fällt lediglich jedesmal ein kleiner Obolus für Kaffee an, aber dafür ist die Atmosphäre dann auch entspannter.

Ich habe nun versucht, auf dieser Seite hier einmal alle einschlägigen Angebote für Depression in Deutschland zusammen zu tragen. Es ist jedoch erbärmlich, wie wenig ich trotz modernster Recherchemöglichkeiten heraus finden konnte. Also betrachte diese Seite bitte als einen ersten Schritt, einen kleinen Anfang. Ich werden hier alle Gruppen listen, von denen ich weiß - leider sind es bislang nicht sehr viele. Deshalb bitte ich dich an dieser Stelle auch um deine Mithilfe. Falls du mir Namen und Ansprechpartner einer Selbsthilfegruppe für Depressionen nennen kannst, würde ich mich über eine entsprechende Information sehr freuen. Du kannst dafür die Kommentarfunktion nutzen oder mir auch eine Email schreiben. Die Adresse hierzu findest du im Impressum, ganz unten. Ich stelle mir vor, dass diese Seite einmal denen, die Anschluss an eine solche Gruppe suchen auch tatsächlich weiterhelfen kann.


Was ist eine Selbsthilfegruppe


In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Betroffene oder Angehörige zum Gespräch. Sie tauschen miteinander Erfahrungen aus und stehen, soweit sie dazu in der Lage sind, einander bei. Sie sind besonders für Menschen geeignet, die aufgrund ihrer Erkrankung oder Behinderung zur Selbstisolation neigen. Hier wird ihnen der Umgang mit anderen Menschen erleichtert und die Knüpfung neuer sozialer Kontakte ermöglicht. Die regelmäßigen Treffen sind keine Therapieveranstaltungen. Es geht in  einer Selbsthilfegruppe darum, zu erleben, dass man nicht allein da steht mit seinen Problemen. Durch den Austausch mit Anderen erfolgt zum einen eine soziale Einbindung in die Gesellschaft und zum anderen ist es so möglich, zu neuen Lösungsansätzen für verschiedene Probleme zu gelangen. Selbsthilfegruppen werden nicht von Spezialisten angeleitet, sondern arbeiten nach dem Prinzip der Gleichwertigkeit. Jedes Mitglied der Gruppe trägt seinen Teil der Verantwortung zum Gelingen. Es gibt werde einen Oberlehrer, noch einen Tellerwäscher. Jeder ist gleichermaßen für all das verantwortlich, was geschehen soll. Es ist aber möglich, dass die Gruppe einen Gesprächsleiter bestimmt, der unter anderem darauf achtet, dass nicht zu sehr vom Thema abgewichen wird und dass auch jeder der möchte zu Wort kommt. Aber auch ein Gesprächsleiter spricht nur für sich und nicht für die Gruppe. Einen Gruppensprecher gibt es nicht. Selbsthilfegruppen werden in der Regel gefördert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Förderung von Leistungen der Sozialversicherungen bis hin zu staatlichen Hilfen. Dies Gruppen sind ausdrücklich erwünscht und ergänzen ärztliche und therapeutische Leistungen unseres Gesundheitssystems. Eine Selbsthilfegruppe ist dann eine gute Gruppe, wenn alle Mitglieder sich dort wohl fühlen. Dabei können die Erwartungen an die Gruppe durchaus unterschiedlich sein. Der Eine sucht vielleicht den Rat erfahrener Mitglieder, ein Anderer will sich womöglich einfach nur einmal etwas von der Seele reden. Wieder Anderen genügt es, einfach da zu sein. Sie genießen die Anwesenheit und Gesellschaft anderer Menschen, die ihnen zugetan sind.
In der Regel treffen sich Selbsthilfegruppen an einem neutralen Ort. Das kann ein Vereinsheim, Räume der Kirchengemeinde oder ähnliche sein. Der Rhythmus kann individuell gewählt werden. Viele Gruppen treffen sich 14-tägig, aber auch wöchentliche Treffen kommen ebenso vor, wie monatliche. Die Gruppe entscheidet selbst, wie oft Zusammenkünfte stattfinden sollen. Wer sich für eine Selbsthilfegruppe entscheidet, sollte auch die Bereitschaft mitbringen, regelmäßig an den Treffen teilzunehmen. Die Gruppe lebt voneinander und die Mitglieder brauchen sich gegenseitig. Regelmäßiges Erscheinen gibt ein Gefühl der Verlässlichkeit und somit auch von Sicherheit. Wer einmal verhinder ist, sollte vorher Bescheid geben. Dann machen die Anderen sich nicht grundlos Sorgen. Zur Erreichung der Gruppe für neue Mitglieder sollte auch eine Kontaktperson, besser mehrere festgelegt werden.



Empfehlungen für ein Gruppentreffen


In einer Selbsthilfegruppe geht es grundsätzlich um die eigenen Probleme. Über Dritte sollte hier nicht diskutiert werden. Jeder sollte möglichst offen über sich selbst reden und nach Möglichkeit Formulierungen wie "man" vermeiden. Unaufgefordert sollten keine Ratschläge erteilt werden. Sie könnten den Betroffenen in seiner Stimmung noch weiter nach unten drücken. Besser ist es hier, aufmerksam zu zu hören und Anteil zu nehmen, an dem was der Andere fühlt. Empathie ist meist die wirksamste Unterstützung. Hast du Ähnliches erlebt, kannst du von deinen Erfahrungen berichten, aber wichtig: immer schön bei dir bleiben! Zu Beginn eines Treffens sollte immer ein Blitzlicht erfolgen. Hier kann jeder sagen, wie es ihm momentan geht. Auf diese Weise können sich die Mitglieder einen ersten Eindruck verschaffen. Sind neue Gesichter in der Gruppe, wird in die Blitzrunde gleich eine kurze Vorstellung integriert. Das hilft dem Neuen anzukommen und der Gruppe, ihn aufzunehmen. Ein Blitzlicht kann auch sinnvoll sein, wenn zwischendurch das Gespräch, aus welchen Gründen auch immer, zum Erliegen gekommen ist.

Konflikte in der Gruppe sollten offen angesprochen werden. Ein Konflikt, der in der Gruppe entsteht, kann auch nur dort gelöst werden. Außerhalb von Gruppentreffen sollte deshalb nicht versucht werden, Konflikte beizulegen. Jeder sollte hierzu seine Meinung kund tun. Je breiter der Konsens am Ende ist, umso besser. Gerade für Menschen, die Schwierigkeiten haben, mit Konflikten umzugehen, bietet sich hier ein ausgezeichnetes Übungsfeld.
Wichtig ist, dass die Gruppe ein guter Ort bleibt. Mitunter passiert es, dass einzelne Mitglieder zeitweise so sehr mit sich beschäftigt sind, dass sie die Gruppe zu sprengen drohen, beispielsweise durch wiederkehrende Aggressionen oder Intriganz. In solch einem Fall kann es sinnvoll sein, den Betreffenden eine Zeit lang von den Gruppentreffen auszuschließen um den Frieden zu wahren.
Eine Mitarbeit in der Selbsthilfegruppe setzt eine gewisse psychische Stabilität voraus, und manchmal ist die eben einfach nicht gegeben und muss erst durch Psychotherapie oder andere geeignete Maßnahmen wieder hergestellt werden.
Wenn jemand redet, soll er nicht unterbrochen werden. Wer das Wort hat, darf reden, die Anderen hören während dieser Zeit zu. Störungen haben, wie in der Psychotherapie auch üblich, Vorrang. Wer das Geschehen der Gruppe nicht verfolgen kann, weil er Druck hat, beunruhigt, traurig oder wütend ist, sollte das möglichst früh bekannt geben.
Jeder Mensch ist einzigartig und meistert sein Leben auf eine ihm eigene Weise. Es gibt hier kein richtig und kein falsch. Wenn diskutiert wird, sollte dies berücksichtigt werden. Jeder darf seine Meinung behalten und niemandem soll eine andere Meinung übergestülpt werden. Was wäre eine Gemeinschaft, in der es nur eine Meinung gäbe? Langweilig! Respekt und Wohlwollen sollten die Grundpfeiler eines jeden Gespräches sein. Und besonders wichtig: Die Verschwiegenheitsflicht! Alles was in der Gruppe besprochen wird, ist als vertraulich anzusehen. Jeder Teilnehmer verpflichtet sich durch seine Teilnahme, die Verschwiegenheitspflicht einzuhalten. Bei Verstößen kann das durchaus schon mal zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.


Selbsthilfegruppen in Niedersachsen


  • Bad Pyrmont: Selbsthilfegruppe für Depressionen, Angst und Panikattacken, Kontakt: selbsthilfe-muenster@paritaet-nrw.org, http://www.selbsthilfe-muenster.de
  • Bad Sachsa: Selbsthilfegruppe Depression, Kontakt: Frau Martina Hausmann, Tel. 05586 / 8178
  • Braunschweig: Selbsthilfegruppe Depression, Kontakt: Herr Hans Kottke, mail@hanskottke.de, http://www.hanskottke.de/Selbsthilfegruppe/selbsthilfegruppe.htm
  • Bielefeld: Selbsthilfe Depression, Kontakt: selbsthilfe-bielefeld@paritaet-nrw.org, http://www.selbsthilfe-bielefeld.de/
  • Butzbach: Psychologische Selbsthilfegruppe Angst und Depressionen, Kontakt: http://www.wetteraukreis.de/internet/service/gesundheit/selbsthilfegruppen/index_01864.html, Tel. 06032/84525 oder 06033/5237
  • Cadenberge: Selbsthilfegruppe die Brücke e.V., Kontakt: Harry Granz, Tel.: 04 77 1 / 88 86 88, Vera Heinsohn, Tel.: 04 77 7 / 12 36
  • Cuxhaven: Vision - Kontaktgruppe für psychisch Kranke und Angehörige, Kontakt: Tel. 04723/12 65
  • Elmshorn: Selbsthilfe bei Depressionen, Kontakt: Eva Zobawa, http://www.bruecke-elmshorn.de, begegnungsstaette@brueckeelmshorn.de
  • Emden: Verein gegen Depressionen, Kontakt: Frau Herta 
  • Eschwege: Selbsthilfegruppe Miteinander Angst und Depression, Kontakt: miteinanderesw@aol.de, Tel. 05651/10715
  • Feldkamp, herta.feldkamp@ewetel.net, http://www.ostfriesischer-verein-depressionen.de
  • Flensburg: Selbsthilfegruppe für Angehörige von Depressiven, Kontakt: Tel. 0461 / 5032618, kibis@hausderfamilie-flensburg.de
  • Garbsen: Depressionen und Ängste, Kontakt: Manuela, Telefon: 05131-907319, Mobil: 0162-4027795, info@selbsthilfe-angst-depressionen.de, http://www.selbsthilfe-angst-depressionen.de
  • Gütersloh: SHG für Angst, Panik und Depressionen, Kontakt: Herr Dieter Nottbrock, angst-panik-depri@online.ms, http://www.angst-panik-depressionen.de
  • Hannover: Verein Psychiatrie-Erfahrener Hannover e.V., Frühstücks- und Kochgruppen, Kreativgruppen, Gesprächsgruppen, Männer- und Frauengruppe, Stammtisch, Runder Tisch, psychiatriepolitischer Arbeitskreis, Teestube, Kontakt: 05 11 / 13 18 85 2 E-Mail: VPEHannover@aol.com
  • Heide: Förderverein Nervennahrung e.V. - Selbsthilfegruppe Depression, Kontakt: Tel. 481/785-2424
  • Heiligenloh: SHG Depressionen, Kontakt: Herr Michael Schmidt, Tel. 04246/919844, michael.schmidt38@ewetel.net
  • Hemmoor: Selbsthilfegruppe bestehend aus Betroffenen der Bereiche Schüchternheit, Panikattacken, Ängste und Depressionen, www.selbsthilfegruppe-hemmoor.de, Kontakt: Ralf Kohlmann Mobil: 01794637341 oder über KIBIS Cuxhaven / Stade
  • Hemmoor: offener Treff, Kontakt: Gisela Satzer, Tel.: 0 47 71 / 88 82 78
  • Hemmoor: Hilfsangebote für Angehörige psychisch Kranker, Praxis Dr. M. Walle,  Bürgermeister-Grube-Str. 3, Hemmoor,  Tel.: 0 47 71 / 23 23
  • Höxter: Selbsthilfegruppe Depressionen, Kontakt: selbsthilfe-hoexter@paritaet-nrw.org, Tel. 0 52 71 / 6941045
  • Husum: Selbsthilfegruppe Angst und Depression, Kontakt: Herr Stefan Ingwersen
  • Lüneburg: KIBIS Lüneburg, Kontakt: Frau Birgit Hauter, birgithauter@googlemail.com, Tel. 04131727136
  • Lüneburg: Alltagsbewältigung trotz Depression, Kontakt: Frau Lore evers, sterlo@web.de
  • Lüneburg: Mein Leben mit Depressionen, Kontakt: Her Norbert Sobiewski, selbsthilfegruppe1@t-online.de, http://www.selbsthilfe-depression-lueneburg.de/
  • Melsungen: SHG Angst und Depressionen e.V, Kontakt: http://www.schwalm-eder-kreis.de/index2.htm, Tel. 05661 / 3835
  • Minden: Selbsthilfe für Frauen mit Depressionen und Ängsten, Kontakt: 0571/82802-17 bzw. 24, http://www.selbsthilfe-minden-luebbecke.de/content/
  • Oberndorf: Gruppe für Menschen mit seelischen Erkrankungen, Kontakt: Willy Föge, Tel.: 0 47 78 / 12 12, Hannelore von Holten, Tel.: 0 47 71 / 41 05
  • Paderborn: Depressionen SHG Hövelhof, Kontakt: 05251/8782960, http://www.selbsthilfe-paderborn.de
  • Papenburg: Selbsthilfe für Menschen mit Depression in Papenburg / EL, Kontakt: Frau Martina Kleen, info@sh-mede.de,  www.sh-mede.de/, Mobilfunknummer 01577 66 455 66
  • Rendsburg: Selbsthilfegruppe für Depressionen, Kontakt: Herr Roy Meier, meiroy@web.de, http://www.bruecke.org
  • Weyhe: Depressionen und Angst, Kontakt: Günther, info@release-netz.de, http://www.release-netz.de

Zusätzlich kannst du auch die Suche der Deutschen Depressionsliga benutzen. Leider ist auch diese Liste nicht vollständig. Depressionsliga

Quellen zu "Selbsthilfegruppen Depression - Hilfe zur Selbsthilfe"  
Foto: S. Hofschlaeger  / pixelio.de  depressionen-selbsthilfe.de   paritaet-selbsthilfe.org    




Kommentare:

  1. Danke für deine Infos, bin auf der Suche und hoffe, dank dir eine Grupp gefunden zu haben.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Benno,
    das ist ein sehr guter Artikel . Mach weiter so ,
    Ich habe heute schon mal von dir einen gelesen bevor ich durch zufall diesen hier fand.
    (Da ging es um Anerkennung )

    LG

    AntwortenLöschen
  3. Ich war letztes Jahr in bad Pyrmont sehr gut da habe aber wieder ein tief mfg

    AntwortenLöschen

Proudly Powered by Blogger Hintergrundbild von piskunov.